Geschrieben am 9. Juni 2011 von kewil abgelegt in der Kategorie Deutschland,
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Verfassungsschutz kritisiert Akademie Tutzing

Tobias-Raphael Bezler alias Robert AndreaschDer bayerische Verfassungsschutz hat Kritik an einer geplanten Veranstaltung der Akademie für Politische Bildung Tutzing zum Thema Rechtsextremismus geübt, weil an dieser auch Referenten mit Kontakten zur linksextremen Szene wie Tobias-Raphael Bezler alias Robert Andreasch (Foto l.) teilnehmen. „Es ist ein Problem, wenn Vertreter von Organisationen, die wir nicht ohne Grund in unseren Jahresberichten als linksextremistisch aufführen, von anerkannten Bildungseinrichtungen als Experten eingeladen werden“, sagte ein Sprecher der Behörde auf Anfrage der JUNGEN FREIHEIT.

Hierzu erreichte uns folgender Gastbeitrag von Dr. Erik Lehnert:


Wie sehr die politische Bildung auf den Hund gekommen ist, kann man aktuell einem Tagungsprogramm der Akademie für Politische Bildung Tutzing entnehmen. Vom 6. bis 10. Juni sollen dort Lehrer fortgebildet werden und zwar in Sachen „Rechtsextremismus – Gefahr für Toleranz und Wertegemeinschaft“. Das klingt zunächst sehr gewohnt und damit unproblematisch: Dass man sich mit gesellschaftlichen Phänomenen (und seien sie noch so klein) vertraut macht, leuchtet ein. Schließlich müssen ja auch Lehrer wissen, wovon sie reden.

Nun gibt es in Deutschland nicht nur das Phänomen des Rechtsextremismus, sondern auch das des Linksextremismus, der sich im Gegensatz zum Rechtsextremismus nicht auf Meinungsdelikte beschränkt, sondern oftmals gewalttätig auftritt. Trotzdem kann sich der Linksextremismus einer gewissen gesellschaftlichen Akzeptanz erfreuen. Dieser merkwürdigen Diskrepanz, die aufgeweckten Schülern durchaus auffällt, müsste sich die Tagung in Tutzing zuwenden, wenn sie ihrem eigenen Anspruch gerecht werden wollte.

In den Richtlinien der Akademie für Politische Bildung Tutzing heißt es nämlich u.a.: „Die Akademie wird die Vielfalt der in einer freiheitlichen Lebensordnung möglichen politischen Positionen anerkennen und versuchen, aus dem Verständnis ihrer Verschiedenheit das Gemeinsame herauszuarbeiten. Sie muss lehren, wie Menschen in einer pluralistischen Welt geordnet zusammenleben können, ohne das eigene Gewissen oder das der anderen zu beschweren.“

Insofern müsste sie sich mit dem „Extremismus“ beschäftigen und diesen in all seinen Facetten als Gegenposition zur Freiheitlich Demokratischen Grundordnung herausarbeiten. Selbst wenn man sich dabei zunächst auf den Rechtsextremismus konzentriert, könnte man das im Sinne der genannten Richtlinien gestalten. Dazu müßte man dann anerkannte Experten einladen, die von dem Phänomen Rechtsextremismus etwas verstehen (etwa Uwe Backes oder Eckhard Jesse). Stattdessen macht die Tagungsleitung den Bock zum Gärtner und lädt mit Andrea Röpke und Robert Andreasch (dessen Klarname Tobias-Raphael Bezler lauten soll) Referenten ein, die, gelinde gesagt, Kontakte zur linksextremistischen Szene haben und in deren Organen veröffentlichen.

Tobias-Raphael Bezler alias Robert AndreaschIm Vordergrund Tobias-Raphael Bezler alias Robert Andreasch bei der Fotojagd auf vermeintliche Rassist_innen, Hetzer_innen und Ausländerfeind_innen. Die gemachten Nahaufnahmen finden sich dann auf einschlägigen linksextremen Seiten wieder.

Was die Lehrer von diesen Leuten lernen sollen, ist, wenn man sich die Publikationen der beiden anschaut, klar: Rechts von der Mitte, die von linksextrem bis linksliberal reicht, hat es keine legitime politische Position zu geben. Dass das Unsinn ist und der Idee politischer Bildung, die ja zur eigenen Urteilsbildung befähigen soll, Hohn spricht, wird bei der Tagung vermutlich unerwähnt bleiben. Wie die Akademie für Politische Bildung Tutzing damit ihren ausdrücklichen Zweck, „die politische Bildung in Bayern auf überparteilicher Grundlage zu fördern und zu vertiefen“, erfüllen will, bleibt ihr (staatlich finanziertes) Geheimnis.

Kontakt:

Akademie für Politische Bildung Tutzing
Buchensee 1
82327 Tutzing
Tel.: 08158/256-0
Fax: 08158/256-51
[email protected]

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