Geschrieben am 16. April 2011 von Abou Jamal abgelegt in der Kategorie Deutschland, Europa, Islam,
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Warum ich Islamunterricht ablehne

Dieser Artikel wurde wurde von einem Bruder verfasst. Quelle: dawa-news.net

As-Salamu alaikum,

Da jetzt wieder das Thema Islamunterricht aufkam, möchte ich meine Erfahrung diesbezüglich mit euch teilen.

Mein Sohn wurde letztes Jahr eingeschult. Da es einige Schulen in Kiel gibt, die Islamunterricht anbieten, habe ich mich informiert, um ihn evtl. dort anzumelden.

Der 33-seitige Lehrplan hat mich diese Sache schnell vergessen lassen. Deutschlandweit ist das wohl der einzige Lehrplan, der jemals an Schulen zugelassen wurde. Um nur einige Punkte auszugsweise zu nennen:

Die Ziele sind unter anderem:

  • die Schülerinnen und Schüler zu einer mündigen Glaubensentscheidung und zu einsichtigem und eigenverantwortlichem Handeln in unserer Gesellschaft zu führen.
  • die Vielfalt der religiösen Orientierungen im Unterricht abzubilden.
  • mit Toleranz, Achtung und Respekt den unterschiedlichen Traditionen im Islam wie auch anderen Weltanschauungen zu begegnen.

Aufgabe des Islamunterrichts ist es, Glauben und Glaubenspraxis

mit der konkreten Lebenswirklichkeit und den Lebenserfahrungen der Schülerinnen und Schüler zusammenzuführen, sodass sie sich wechselseitig erschließen und erklären (Korrelationsprinzip);
das schließt eine blinde Übernahme und unreflektierte Imitation traditioneller Formen der Glaubenspraxis aus und bedeutet eine Auseinandersetzung mit den mündlichen und schriftlichen Überlieferungen. Ziel ist es, dass die Schülerinnen und Schüler zu einer mündigen Glaubensentscheidung und zu einsichtigem und eigenverantwortlichem Handeln in unserer Gesellschaft geführt werden.

Islamunterricht hat die Aufgabe, die Vielfalt der religiösen Orientierungen im Unterricht abzubilden.
Das schließt eine Hinführung der Schülerinnen und Schüler zu einem bestimmten konfessionell gebundenen Islamverständnis aus. Die Pluralität der Glaubensorientierungen innerhalb des Islams muss ebenso respektiert werden, wie die Pluralität der religiösen Anschauungen insgesamt.

Der Unterricht zielt damit ausdrücklich auch auf interreligiöses und interkulturelles Lernen. Durch die Förderung einer identitätsstiftenden Dialogfähigkeit trägt der Unterricht dazu bei, religiös anders orientierten Menschen, mit Achtung und Respekt zu begegnen.

Es ist Aufgabe der Lehrerinnen und Lehrer, unterschiedliche Sichtweisen bei den Schülerinnen und Schülern zuzulassen und auch stehen zu lassen. Dabei übernehmen die Lehrerinnen und Lehrer eine Vorbildrolle in der Erziehung zu Respekt und Toleranz gegenüber Andersdenkenden.

Im ersten Themenbereich „Ich und meine Gemeinschaft“ geht es um die Erfahrung der Schülerinnen und Schüler in Familie, Freundeskreis, Schule usw.; dabei sind positive Erfahrungen wie Freundschaft, Solidarität, Freude ebenso wichtig wie negative, z.B. Unfrieden, Ungerechtigkeit, Angst und Trauer

Der zweite Themenbereich umfasst die „islamische Ethik“. Auf der Grundlage islamischer Quellen verstehen sunnitische und schiitische Muslime unter Ethik (akhlaq) einen `guten Charakter`, der zur Glückseligkeit führt.

Im dritten Themenbereich „Prophetengeschichten“ werden Ursprungssituationen des Menschen in seinem Verhältnis zu Gott exemplarisch an den Geschichten, der im Koran genannten Propheten beschrieben und so grundlegende Menschheitserfahrungen thematisiert, die geeignet sind, Antworten auf Fragen der heutigen Menschen zu geben.

Im vierten Themenbereich „Prophet Mohammad“ wird die Lebensgeschichte des Propheten Mohammed behandelt.

Im fünften Themenbereich „Der Koran“ lernen die Schülerinnen und Schüler den Koran als Wort Gottes verstehen. Sie reflektieren die Aussagekraft des Koran für den Einzelnen und für die Gemeinschaft. Grundsätzlich wird der Koran in deutscher Übersetzung verwendet. Eine gute, wissenschaftliche Übersetzung ist das Buch „Der Koran“ von Adel Theodor Khoury unter Mitwirkung von M.S. Abdullah.

Im sechsten Themenbereich „Grundlagen des Islam“ werden die wesentlichen Glaubensaussagen des Islam behandelt.

Dieser Glaube findet seinen sichtbaren Ausdruck im Leben der Muslime. Die Muslime unterscheiden sich hierbei in der Ausgestaltung und Umsetzung ihres Glaubens.

Wesentlich für die sunnitischen und schiitischen Muslime sind die folgenden fünf Säulen:

• das Glaubenszeugnis: „Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Gott und dass Muhammad der Gesandte Gottes ist.“ Die schiitischen und alevitischen Muslime fügen dem hinzu, dass Ali „Gottes Freund“ ist.
• das Gebet
• das Fasten
• die Sozialabgabe
• die Pilgerfahrt

Wesentliche Aspekte des Glaubens für alevitische Muslime sind
• der Glaube an Gott (Allah / Hakk)
• der Glaube an das Einssein von Gott
• Muhammad (Prophet) und Ali (Heiliger)
• „die Geretteten“, d.h. die Familie des Propheten (Ehl- i Beyt)
• die Vier Tore und Vierzig Stufen (das alevitisch-ethische Entwicklungssystem)
• religiöse Institutionen wie Cem-Häuser
• das Martyrium Husains
• das Fasten im Monat Muharram
• das gemeinsame Gebet und der rituelle Tanz während des Cem-Gottesdienstes

Schülerinnen und Schüler lernen Auslegungsunterschiede unter den Muslimen kennen und achten. Dabei setzen sie sich mit der Bedeutung der Glaubensaussagen für den Einzelnen und für die Gemeinschaft auseinander.

http://lehrplan.lernnetz.de/index.php?wahl=161

 

Ich kann mir kaum vorstellen, dass irgendeine, auch nur ein wenig gläubige Familie, sich solch einen Unterricht für ihr Kind wünscht. Ich will nicht, dass mein Sohn den rituellen alevitischen Tanz lernt.

Wie kann man schiitischen, sunnitischen und alevitischen Islam in einem Unterricht lehren?
Ich will auch nicht, dass meine Kinder andere Richtungen akzeptieren. Meine Kinder sollen zu gottesfürchtigen Menschen erzogen, mit denen Allah, der Erhabene, zufrieden ist. Und dazu gehört auch die Eigenschaft „Al-Wala wa-l-Bara“. Und dies schließt die Akzeptanz von Beigesellung (Schirk) und Bid’a (Erneuerungen in Glaubensangelegenheiten) ganz klar aus.

Respekt gegenüber anderen lehrt der Islam, der auf Quran und Sunnah basiert.. Man betrachte sich nur mal schiitische und alevitische Quellen bzgl. Andersdenkenden.

Doch heißt Güte und Respekt nicht, dass man akzeptiert, dass Ali – Gottes Wohlgefallen auf ihm – angebetet wird.

Es gibt im Grunde nur eine gute Lösung:

Der Unterricht muss in der Moschee unter pädagogisch korrekt Verhältnissen stattfinden. Für mich ist das z.B. die Al Nur Moschee in Mainz, ein Vorbild mit täglichen Unterricht nach der Schule. Und viele andere Moscheen in Deutschland haben da schon Programme am laufen, von denen der Staat auch sehr gut profitieren könnte.

So etwas brauchen wir. In Kiel gibts leider auch nur einmal die Woche Unterricht. Der Staat sollte die Islamschule finanziell fördern, dass mehr gute Imame und Islamlehrer ausgebildet werden können. Die Heuchlerei der Politik bringt gar nichts, außer ein paar Wählerstimmen mehr, wenn man gegen Islam & Muslime hetzt.

Wie dem auch sei, kann ich nur jeden Bruder und jede Schwester im Islam vor dem Islamunterricht an staatlichen deutschen Schulen warnen!

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