Geschrieben am 4. Oktober 2011 von Redaktion abgelegt in der Kategorie Israel, Terror,
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Weitere Unruhen nach Anschlag auf Moschee in Israel

Mehrere Dutzend arabische Israelis haben sich nach dem Brandanschlag auf eine Moschee im Norden des Landes wieder Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas gegen die meist jugendlichen Demonstranten ein. Verletzte habe es nicht gegeben, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. Die Unruhen ereigneten sich in Tuba Sangria, einer von Beduinen gegründeten Ortschaft nördlich des Sees Genezareth.

Medienberichte, wonach die Demonstranten auch mehrere Gebäude anzündeten, wollte der Sprecher nicht bestätigen. Die Sicherheitskräfte im gesamten Norden Israels wurden vor den Jom-Kippur-Feiertagen am Freitag und Samstag in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.

Unbekannte hatten in der Nacht zu Montag in Tuba Sangria eine Moschee in Brand gesetzt. Das muslimische Gebetshaus wurde schwer beschädigt. Zudem wurden Koran-Bücher auf der Straße verbrannt. Die Brandstifter sprühten auf hebräisch Wörter wie «Rache» und «Preisschild» auf die Wände. «Preisschild» nennen radikale jüdische Siedler eine Rachekampagne für Maßnahmen des israelischen Staates gegen illegale Siedlungen im palästinensischen Westjordanland.

Dabei wurden in den vergangenen Monaten mehrere Moscheen und Friedhöfe verwüstet. Sie befanden sich jedoch fast immer im Westjordanland. Anschläge auf muslimische Einrichtungen in Israel selbst sind eher selten.

Bereits unmittelbar nach dem Brandanschlag in Tuba Sangria waren etwa 200 Einwohner des Ortes in Richtung der Stadt Rosch Pina marschiert und hatten Polizisten mit Steinen beworfen. Sie setzten auch Reifen in Brand und blockierten die Straße. Politiker äußerten die Sorge, dass es zu größeren Unruhen zwischen arabischer Minderheit und jüdischer Mehrheit in Israel kommen könnte.

Die Lage habe sich jedoch etwas entspannt, nachdem ranghohe Regierungspolitiker den Anschlag verurteilt hatten, sagte der Polizeisprecher. Israels Präsident Schimon Peres besuchte zudem zusammen mit jüdischen, christlichen, muslimischen und drusischen Geistlichen den Anschlagsort

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