Geschrieben am 26. Februar 2014 von Redaktion abgelegt in der Kategorie Türkei,
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Zusammenstöße bei Anti-Erdogan-Protesten

Wie bereits hier geschrieben http://politik-news.net/proteste-gegen-ministerpraesident-erdogan-eskalieren/ gehen die Proteste auch am Mittwoch weiter. Möglicher Telefonmitschnitt sorgt für Wirbel. Erdogans Familie unter Korruptionsverdacht.

Zwischen dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan und dessen Sohn Bilal soll es ein abgehörtes Telefongespräch gegeben haben, in dem es darum geht, wie man über Korruption erworbene 30 Millionen Euro vor der Staatsanwaltschaft versteckt.

Ein Youtube-Video siehe http://www.youtube.com/watch?v=Cvf4aeRLu0E sorgt aktuell für Aufregung in der Türkei. Es soll sich dabei um ein Telefonat zwischen dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan und dessen Sohn Bilal handeln, welches am 17. Dezember 2013 stattgefunden habe. An diesem Datum wurden im ganzen Land zahlreiche Verdächtige aus dem Umfeld der Regierungspartei AKP unter Korruptionsverdacht festgenommen. Im Gespräch geht es um die Frage, wie man mehrere Millionen Euro vor der Staatsanwaltschaft verbirgt. Erdogan sagte demnach: »Sohn, bring’ alles Geld weg, das du im Haus hast.« Die andere jüngere Stimme antwortete: »Wir haben immer noch 30 Millionen Euro, die wir nicht verschwinden lassen könnten.« Am Ende des Gesprächs, wo es um weitere Details geht, warnt die ältere Stimme davor, daß man abgehört werden könnte.

Die Regierung von Erdogan steht zunehmend unter Korruptionsvorwürfen. Dabei wurden einige Söhne früherer Minister verhaftet und in Untersuchungshaft verbracht. Der türkische Premier Erdogan bezeichnet das Gespräch als »Fälschung« und »dreckiges Komplott«. Dahinter solle der islamische Predigers Fethullah Gülen stehen. Die Staatsanwaltschaft leitete unterdessen Ermittlungen gegen Erdogans Sohn ein.

Bei Bilal Erdogan geht es vor allem um eine von ihm geführte Istanbuler Stiftung für Jugend und Bildung, in deren Vorstand zahlreiche Mitglieder der Erdogan-Familie sitzen. Sie wird verdächtigt dubiose Geschäfte mit milliardenschweren Bauunternehmern abgewickelt und öffentliche Grundstücke weit unter Preis und gegen hohe Schmiergelder erworben haben.
Mehrere Justizvertreter, die gegen den Sohn ermittelten, wurden in den letzten Wochen plötzlich auf andere Stellen versetzt.

Die Republikanische Volkspartei (CHP) als größte Oppositionspartei wirft Erdogan vor, er habe jede Legitimation verloren und müsse zurücktreten. Sie betrachtet dem Mitschnitt als echt.

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